Beiblatt "Erläuterungen zur Zahnsanierung" bei Hunden und Katzen

Was umfasst eine Zahnsanierung?

Erhebung Zahnstatus in Narkose: anders als beim Menschen kann bei Hund und Katze der Zahnstatus nicht am wachen Tier erhoben werden. Eine Begutachtung jeden Zahnes, die Sondierung des Zahnfleischsaumes und eventueller Zahnfleischtaschen dulden Hunde und Katze nur in Narkose.

Zahnsteinentfernung und Politur: Eine Zahnsteinentfernung ist immer mittels Ultraschallscaler unter Wasserkühlung vorzunehmen. Ein alleiniges "Abknapsen" am wachen Tier ist lediglich eine kosmetische Behandlung und hilft der Maulgesundheit ihres Tieres nicht!
Nach dem Scaling wird die Zahnoberfläche an allen Seiten poliert um entstandene Mikroläsionen durch das Scaling wieder zu glätten und einem erneuten, noch schnelleren Anhaften von Zahnstein vorzubeugen.

Dentalröntgen: Um einen kompletten Eindruck über den Gesundheitszustand der kompletten Zähne zu erhalten ist ein Dentalröntgen (sog. Full-mouth-Röntgen) unumgänglich. Nur im Dentalröntgen sind Parodontosen, FORL/CORL, Zahnfrakturen/Entzündungen, Knochenrückgänge oder Auftreibungen im gesamten Kieferbereich und unterhalb des Zahnfleischsaumes zu erkennen.
Die Kosten belaufen sich auf ca. 107€ für den Hund und ca. 75€ für die Katze. Hinzu kommen ggf. Einzelaufnahmen bei Zahnanomalien.

Die Versiegelung betroffener Zähne ist beispielsweise bei Schmelzdefekten oder kleinen Rissen im Zahnschmelz sinnvoll. Die Dentinkanäle werden so versiegelt und der Zahn wird unempfindlicher ggü. Umwelteinflüssen. Es wird kein Zahnaufbau gemacht, sondern eine Art Lack aufgetragen.

Pathologische Zähne sind Zähne die beispielsweise wackeln, entzündet sind, die sog. Bifurkation frei liegt (Folge von Parodontose), eine Wurzel bereits frei liegt (ab 1/3 Wurzellänge), frakturiert sind, FORL/CORL-Läsionen aufweisen sind nach neuen Gesundheitsstandarts nicht zu erhalten und sollten dringend gezogen werden.
Die Kosten für eine Extraktion sind im Vorfeld schwer abzuschätzen: ist der Zahn bereits locker? Ist der Parodontalspalt noch intakt? Wie viele Wurzeln hat der Zahn? Sind die Wurzeln bereits in Auflösung? Muss der Zahn offen extrahiert werden, oder kann er einfach komplett gezogen werden? Ist bereits eine Oronasale Fistel entstanden, die wieder verschlossen werden muss? Wie stark blutet die Extraktionswunde? All diese Kriterien bestimmen am Ende die Kosten von ca 12€ bis ca. 80€ pro Zahn.
Jede Extraktionswunde wird von uns vernäht. Die Fäden lösen sich nach einiger Zeit selbst auf, es ist i. d. R. kein Ziehen der Fäden notwendig.

Entfernung von Zahnfleischwucherungen: Oft können wir diesen Befund schon bei der Voruntersuchung erheben. Trotzdem können sich an nicht einsichtigen Stellen (zB. innen am Zahn, zur Zunge hin) Zahnfleischwucherungen darstellen, die im Vorfeld am wachen Tier nicht zu sehen waren.

Gingivataschenbehandlung (Pseudo-/Zahnfleischtaschenbehandlung): im Idealfall ist die Eindringtiefe mit einer Sonde in den Gingivasaum nur ca. 1mm tief möglich. Sollte Ihr Tier eine Gingivatasche haben, die es zu behandeln gilt, kann dies entweder über die Kürzung der überschüssigen Gingiva, oder bei bereits zurückgegangener Gingiva über einen Flap erfolgen.

Wir dokumentieren alle Befunde immer per Foto vor und nach der Operation. Im besonderen Fall auch währenddessen. Sofern Sie wünschen, und uns eine Mailadresse nennen, senden wir Ihnen die Bilder gerne zu. Auf jeden Fall werden die Bilder zusätzlich zu den Dentalröntgenbildern in der Kartei Ihres Tieres gespeichert.

Risiken und Komplikationen während und nach der Zahnsanierung

  • Blutungen nach/während  Zahnextraktion/en 
  • Verbleib von Zahnresten im Kieferknochen, aufgrund starker Blutungen.
  • Verbleib/Verschiebung von Zahnwurzelteilen in den Mandibularkanal (Unterkiefer) bzw. Infraorbitalkanal (Oberkiefer).
  • Entstehung einer Oronasalen Fistel (Verbindung vom Zahnfach zum Nasengang)
  • Kieferfrakturen (besonders bei entzündlichen Osteolysen im Unterkiefer) 
  • Schwellungen einzelner Gesichtsbereiche nach Zahnextraktion/en
  • Infektionsgefahr
  • Wundheilungsstörungen und Ausreißen der Wundnaht


Sie möchten die Zähne Ihres Tieres nach der Extraktion mit nach Hause nehmen? Kein Problem, sofern diese nicht aufgrund der Extraktion zerstört werden mussten (z.B. bei FORL/CORL, Teilung mehrwurzeliger Zähne). Äußern Sie den Wunsch der Mitnahme unbedingt bei Abholung Ihres Tieres, andernfalls werden die Zähne am selben Tag entsorgt.

Ich bin mittels dieses Beiblattes "Erläuterungen zur Zahnsanierung" über die o. g. Begrifflichkeiten, sowie Risiken und Komplikationen aufgeklärt worden. 
Sofern eine Streichung der o. g. Maßnahmen für die geplante Operation vorgenommen wird, und diese  Maßnahme für Ihr Tier nach Zahnstatuserhebung doch in Frage kommen würde, informieren wir Sie unter oben genannter Telefonnummer. Erreichen wir Sie 2x nicht, warten wir 15 Minuten auf einen persönlichen Rückruf von Ihnen. Erfolgt kein Rückruf unter 0441-47900 oder 0171 220 7900 werden wir diese Position nicht durchführen und Ihr Tier aufwachen lassen. Es ist dann ein zweiter Narkosetermin nötig, sofern Sie die Leistung doch noch wünschen.